Piemont 1998

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jafferau0.jpg Die Ecke rund um Susa, Bardonechia und Sestriere hatte ich ja schon im Vorjahr kennengelernt und ich wußte: hier muß ich noch einmal hin. Jetzt mit der um ca. 80 kg leichteren Suzuki war dies natürlich mein erstes Ziel.

jafferau1.jpg Der Jafferau ist eines der schönsten Ziele in dieser Gegend. Am Gipfelfort auf 2800 m Höhe hat man einen großartigen Blick über die Berge. Besonders markant ist der Mt. Chaborton mit den Geschütztürmen auf dem Gipfelplateau, die aus der Ferne wie eine Krone wirken.

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jafferau3.jpg Auch hier wieder auf dem Fort Pramand wird mein Blick wie magisch vom Mt. Chaberton, dem König der Berge, angezogen. Jetzt muß ich diesen Berg doch einmal angehen.

chaberton1.jpg Im Morgengrauen machte ich mich schon auf den Weg zum Chaberton. Bereits nach wenigen Kilometern kam die erste richtige Hürde, die Steinstufe. Da brauchte ich schon ein paar Versuche. Das Vorderrad bekam ich ja noch hoch, aber dann saß die Maschine auf dem Motorschutz auf. Nach einer halben Stunde Schinderei und mit einigen Steinen als Rampe (vorne in der Mitte) hatte ich die Suzi dann endlich oben.

chaberton2.jpg Wenig später nach dem gespaltenen Fels wird's richtig interessant. Der Weg ist teilweise abgerutscht und auf den verbleibenden wenigen Zentimetern sind die groben Steinbrocken verteilt. Jetzt muß man schon sicher auf zwei Rädern sein. Hier hilft nur Gasgeben und ja nicht nach unten schauen.

chaberton3.jpg Ich kenn es bis heute noch nicht glauben, daß sich hier letztes Jahr ein paar Suzuki Jeeps hochgearbeitet haben. Aber irgendwie haben die es wohl auch mit 4 Rädern geschafft. Die Beweisfotos kann man in der Dorfkneipe von Fenils bewundern.

chaberton4.jpg Der Weg wurde zunehmend unwegsamer. Die Steine, oder besser die Felsbrocken wurden gröber und der Weg steiler. Die Kehren waren eng, steil, ausgewaschen und ausgefahren, so daß man nur noch mit Speed um die Ecke kam. Anhalten war fast nicht mehr drin, denn bei den groben Brocken hatte man richtig Mühe, wieder wegzukommen. Dazu ging dann noch die Puste aus, denn hier war ich schon auf über 2500 m Höhe.
Kurz gesagt, es war eine Sch...-Schinderei.

chaberton5.jpg Zwei Kehren unterhalb des Gipfelplateau ist es dann passiert: Ich komme um die Ecke, der Weg war mittlerweile nur noch weniger als ein Meter breit und vor mir ist wieder einer dieser Steinwälle, den Fußgänger errichten, um das Leben der Zweiradfahrer zu gefährden. Ich ziehe das Gas auf, mein Blick war bereits auf die nächste Kurve gerichtet, da blieb meine Fußspitze an einem Felsvorsprung hängen. Hier half auch mein guter Sidi-Stiefel nicht mehr. Von vorne blockierte die Felsnase und am Absatz schob die Fußraste. Das konnte nicht mehr gut gehen. Später erfuhr ich, daß ich zwei Mittelfußknochen gebrochen hatte.

chaberton6.jpg Schlagartig verlor ich die Lust am Fahren. Selbst den großartigen Blick vom Gipfelplateau konnte ich nicht mehr so genießen. Jeder Schritt schmerzte. Jetzt hatte ich ja noch den ganzen Rückweg vor mir. Zum Glück ging das Fahren besser als das Laufen. Und das Schalten ging auch so, die große Zehe war ja noch heil.

Fazit: Die Aussicht war toll, aber der Weg ist nur eine einzige Schinderei für Mann und Maschine. So schnell fahre ich diesen Berg bestimmt nicht wieder :-(



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Last update: 11.10.1999
Werner Kiefhaber